Irrglaube „Du glaubst zu wenig an die Homöopathie“

Als ich diese Woche in unserem wohlverdienten Aprés-Fussballtraining-Bier, in der lokalen Kneipe sass, konnte ich meine Neugierde gegenüber den Wortfetzen, welche vom Nachbartisch kamen, nicht ankämpfen und musste mit einem Ohr hinhören. Da erzählten sich zwei etwas ins Alter gekommene Herren über Ihre Erfahrungen mit der Homöopathie, welche Ihnen, das war kaum zu überhören, mehr unfreiwillig durch ihre geliebten Frauen aufgebrummt wurde. „Meine Frau sagte, du glaubst einfach zu wenig daran, darum wirkt es nicht“ und der andere meinte „was soll ich fünf Kügelchen einnehmen, wenn ich doch ein Schmerzmittel nehmen kann“…. Mit den typischen Klischees ging das Gespräch dann so weiter.

Früher hätte ich mich darüber aufgeregt und wäre evtl. sogar an den Tisch gegangen um die Sache zu klären. Aber heute weiss ich, dass diese Klischees nicht von irgendwo kommen. Ganz allein wir Homöopathen sind dafür verantwortlich, dass die Homöopathie diesen Ruf hat. Dazu eine Erklärung:

 

„Man muss an das homöopathische Arzneimittel glauben, dass es überhaupt oder besser wirken kann!“

Wieviele Male höre ich von weniger erfolgreichen Homöopathen, dass sie nach einer schlechten Verschreibung den Fehler nicht bei sich, sondern beim Patienten suchen (oder noch schlimmer bei der Homöopathie), diesem das Gefühl geben, er habe etwas falsch gemacht oder das Arzneimittel antidotiert (Antidotieren heisst: Das Arzneimittel wurde durch irgend einen äusserlichen Einfluss in seiner Wirkung gestört oder „gelöscht/aufgelöst) zu haben. Sie suchen nach Gründen um auf keinen Fall zugeben zu müssen, dass sie das Similimum (absolut spezifische Arzneimittel für jeden individuelle Patienten) noch nicht gefunden haben. Dabei gehört es doch zur alltäglichen Praxis, dass ein Arzneimittel erst erarbeitet werden muss und sich nicht immer von Anfang an klar zeigt. Sogar Samuel Hahnemann (Begründer Homöopathie) war nicht jedes Mal beim ersten Versuch erfolgreich.

Jedoch mit „daran glauben“ hat das nichts zu tun. Beispiele aus meiner eigenen Praxis zeigen mir, dass es vor kommt, dass man das Similimum eines Patienten zuerst erarbeiten/finden muss. Das kann teilweise ein Prozess mehrerer Sitzungen sein, bis man das wirklich Problem des Patienten versteht oder sieht und ihn entsprechend richtig Behandeln kann. Dann kommt es oft vor, dass Patienten schon einige „falsche“ homöopathische Arzneimittel bekommen haben aber darauf nicht reagierten. Sobald das korrekte und absolut spezifische Arzneimittel für diesen Patienten dann aber gefunden wurde, läuft auch der Fall. D.h. eine nachhaltige Heilung auch von schwersten chronischer Krankheiten tritt dann ein. Dieses Beispiel zeigt, dass wir den Menschen in der Krankheit und nicht die Krankheit behandeln müssen um erfolgreich zu sein. Sonst würde es ja wie in der konventionellen Medizin das Arzneimittel XY gegen Husten und das Arzneimittel YX gegen Kopfschmerzen geben, was aber bei der Homöopathie nicht der Fall ist. Nur ein absolut spezifisches, individuell verschriebenes homöopathisches Arzneimittel wird den Patienten dauerhaft und ohne Nachteile von seinem Leiden befreien.

Das Ganze zeigt, dass das „Du musst daran glauben“ ein Irrglaube ist. Ich hatte schon X (meist männliche) sehr kritische Geister vis-a-vis von mir, welche die Wirkung oder Wahl des hom. Mittels sehr skeptisch betrachteten und auch diese Patienten wurden nach der Gabe des korrekten Arzneimittels gesund. Der Fehler einer erfolglosen homöopathischen Therapie liegt also nicht am Patienten oder der Homöopathie, sondern am Homöopathen.

Dies ist mein langjährige Erfahrung und somit mein“Beweis“ gegen die ewige Plazebo-Diskussion. Wenn x Arzneien über teils Wochen oder Monate nichts bewegt haben, dann aber das korrekte Arzneimittel in kürzester Zeit eine Heilung oder starke Verbesserung des Krankheitszustandes bringt, heisst das, dass der Patient ganz klar mit seinem Willen keinen Einfluss auf die Heilung hat. Hätte er einen Einfluss mit seinem Willen, hätte sich schon lange vor der Gabe des korrekten Mittels etwas verändert.

Wenn Ihnen Ihr Homöopath also das Gefühl gibt, Sie seien dafür verantwortlich, dass Ihre Behandlung nicht anschlägt, werden Sie skeptisch und schauen Sie sich nach einem evtl. etwas mehr geübten Kollegen um.

An Homöopathie müssen Sie nicht glauben – Korrekt und seriös angewandte Homöopathie ist die Medizin der Zukunft.

 

Gerne dürfen Sie Ihre Meinung dazu posten.

 

Viel Gesundheit

Adrian Schneider

 

Klassischer Homöopath HVS/SHS
Praxis für klassische Homöopathie
Kasernenstrassse 4
8180 Bülach
044 860 00 02
adrian.schneider@similibus.ch
Praxiswebseite: www.similibus.ch
Praxiswebseite der Zürcher-Praxis: www.zuerich-homoeopathie.ch
 

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