EHEC mit Homöopathie behandeln?

Zurzeit wird in den v.a. deutschsprachigen Medien Tag für Tag über fast nicht anderes mehr gesprochen als EHEC (Enterohämorrhagische Escherichia coli). In schweren Fällen kann es bei dieser bakteriellen Darminfektion zum gefürchteten HUS (hämolytisch-urämischen Syndrom) kommen. D.h. einer Blutgerinnungsstörung und einer Zerstörung der roten Blutkörperchen mit gefolgtem Nierenversagen. Ich muss hier nicht noch einmal das komplette Krankheitsbild erklären, mehr dazu finden Sie unter folgendem Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Ehec

Die meisten EHEC-Infektionen verlaufen komplikationslos oder in einer milden Verlaufsform. Nur bei gerade mal ca. 10% der Infektionen kommt es zu oben erwähnten Komplikation. Die Behandlung mit Antibiotika und durchfallhemmenden Medikamenten ist nicht angezeigt, weil es die Ausscheidung des Erregers verlangsamt und die Toxinbelastung erhöht. Schulmedizinisch kann ein komplizierter-EHEC-Verlauf nur Intensivmedizinisch behandelt werden (Blutwäsche, etc.).

Darum ist es um so wichtiger hier die homöopathische Alternative aufzuzeigen. In den folgenden Zeilen möchte ich Ihnen theoretische und praktische Hinweise zur homöopathischen Behandlung von einer EHEC-Infektion geben.

Am besten ist es, schon gar nicht mit dem Erreger in infiziert zu werden, darum sollten Sie die gängigen Hygienemassnahmen unbedingt einhalten. Das beinhaltet v.a. gründliches Händewaschen und entsprechendes Verarbeiten von Nahrungsmittel. Grundsätzlich gilt jedoch, dass ein schon geschwächter Mensch ein höheres Risiko hat, an irgendeiner Infektion zu erkranken. Das erklärt auch, warum 90% aller Infizierten einen „normalen“, eher unkomplizierten, Verlauf haben. Das Immunsystem dieser Menschen ist in der Lage sich gegen diesen Erreger zu wehren. V.a. sehr kleine Kinder, geschwächte ältere Personen oder kranke Menschen sind eher gefährdet. Es ist also sehr empfehlenswert sein Immunsystem auf ein entsprechendes Niveau zu bringen, dass eventuelle Infektionen schon gar nicht zu einem so grossen Problem werden können. Der effektivste Weg dazu ist eine homöopathische Konstitutionsbehandlung. Ich kann dies aus meiner Praxis bestätigen, indem ich viele Patienten, welche sich einer konstitutionellen Behandlung unterzogen haben, bei saisonalen Grippen o.ä. selten bei mir in der Sprechstunde antreffe und diese eigentlich nie an wirklich dramatischen Krankheiten leiden. Ich bin überzeugt, dass bei den meisten EHEC-Opfern in Deutschland eine entsprechende medizinische Vorgeschichte gefunden werden könnte, welche den schweren Verlauf erklären würde. Ich empfehle Ihnen dazu auch den Artikel zu den Miasmen und zur Unterdrückung zu lesen.

Sollte es aber trotz allem doch zu einer Infektion durch EHEC kommen und die Symptome verlangen nach einer Behandlung, können einige der folgenden homöopathischen Arzneimittel hilfreich sein. Es sei jedoch gesagt, dass jeder Fall absolut individuell, durch einen gut ausgebildeten Homöopathen, behandelt werden soll. Lassen Sie die Finger von Selbstbehandlungen, wenn Sie nicht eine grosse homöopathische Erfahrung haben. Im Moment ist mir auch noch kein Genius epidemicus bekannt, sollten Sie Erfahrung damit haben, wäre es schön Sie würde diese hier mit uns teilen.

  • Die Repertoriumsrubriken für „blutiger Stuhl/Diarrhoe“ sind riesig (über 200 Arzneimittel). Dies bestätigt auch, dass es immens wichtig ist den Fall absolut individuell unter starker Berücksichtigung der Modalitäten zu betrachten.
  • Im Synoptic Key von C.M. Boger werden folgende Arzneimittel unter blutigen Stuhl besonders hervorgehoben: Ipecacuahna, Mercurius corrosivus, Nux vomica, Phosphorus, Cantharis, Colchicum, Ferrum phos., Hamamelis, Mercurius solubilis, Pulsatilla, Rhus tox., Sepia, Sulph, u.v.m.
  • Folgende Darstellung zeigt eine sehr oberflächliche Repertorisation zu den am Meisten erwähnten Symptomen. Jedoch wurden keine Modalitäten berücksichtigt. Der Repertoriumsauszug soll lediglich oben nicht erwähnte Arzneimittel darstellen:

Repertorisations-Auszug der oberflächlichen EHEC Symptome

  • Somit müssen sicher auch noch folgende Arzneimittel ergänzt werden: Arsenicum album, Apis, Carbo vegetabilis, Lachesis, Carbo-ac., Aconitum, Aloe, Alumina, usw.

Grundsätzlich ist es wichtig, bei einer allfälligen Infektion, den kranken Menschen parallel mit homöopathischen Arzneimitteln, durch einen gut ausgebildeten und erfahrenen Homöopathen, zu behandeln. Dies kann weitere schwerwiegende Komplikationen verhindern und unterstützt die schulmedizinische Behandlung in allen belangen. Eventuell kann auch die viel gefürchtete Komplikation HUS abgewendet werden. Wichtig ist v.a. beim EHEC-Erreger, dass eine Diarrhoe (Durchfall) grundsätzlich niemals mit darmlähmenden Medikamenten unterdrückt wird. Es macht Sinn, dass der Darm den Erreger „rausschwemmen“ kann, achten Sie einfach auf eine gute Flüssigkeits- und Mineralienzufuhr (Entsprechende Produkte, auch für Kleinkinder,finden Sie in Ihrer Apotheke). Aber auch nach einem schweren Verlauf rate ich dringend die Folgen der Krankheit und iatrogene Probleme durch die Homöopathie in den Griff zu bekommen.

So, nun hoffe ich, konnte ich Ihnen einen Einblick in einige homöopathische Sichtweisen geben. Wenn Sie noch mehr zur Homöopathie erfahren wollen, rate ich Ihnen auf www.similibus.ch vorbeizuschauen, da gibt es ausführliche Informationen zur Homöopathie.

Sollten Sie Ergänzunge, Erfahrungen, usw. haben, lade ich Sie herzlich dazu ein diese hier mit anderen Interessierten zu teilen.

 

Adrian Schneider

Klassischer Homöopath
Praxis für klassische Homöopathie
Kasernenstrassse 4
8180 Bülach
Schweiz
044 860 00 02
adrian.schneider@similibus.ch
Praxiswebseite: www.similibus.ch
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Hinweis: Die oben erwähnten Hinweise ersetzen in keinem Fall den Gang zum Arzt.

Homöopathische Quellen

 

 

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9 Gedanken zu “EHEC mit Homöopathie behandeln?

  1. Gratulation – endlich mal jemand, der Hinweise gibt auf mögliche Homöopathika – die meisten scheuen eine Aussage – noch eine Frage dazu . Wie sieht es mit crotalus horr. aus ?

  2. Crotalus horridus (Klapperschlangengift) kann natürlich gut in Frage kommen. Viele bekannte Homöopathen, darunter Allen, Boger, Boericke, Hering, Kent, u.v.m., haben in Ihren Arzneimittelprüfungen von Crot.-h. blutigen Durchfall beobachtet. V.a. der schwarze, kaffeesatzartige Stuhl fällt bei der Prüfung immer wieder auf. Daher passt das Mittel sicher gut, wenn die Modalitäten und das Gesamtbild zum Arzneimittel passen. Natürlich gehören die septischen Zustände, die Hämorrhagien und das verringern der Blutgerinnung als wichtige Zeichen zu diesem Mittel. Von daher finde ich es ein gut passendes Mittel. An dieser Stelle müsste man sicher auch noch Naja (Kobragift) erwähnen, da dieses Mittel mehr nervöse Phänomene als Crot-h hat (Und man hört dieses Symptom immer wieder im Zusammenhang mit EHEC).

    Ich glaube es gibt viele gute Mittel, welche in Frage kommen können und es ist daher enorm wichtig eine sehr individuelle Anamnese bei einer EHEC-Infektion durchzuführen.

    Danke auf jeden Fall für den guten Hinweis.

  3. Vielen Dank, dass Sie die Klassische Homöopathie bei der Behandlung der EHEC-Infektion ins Spiel bringen! Als Heilpraktiker werden wir mit EHEC-Patienten wohl kaum zu tun haben, denn die Behandlung ist nach dem Seuchengesetz nur Ärzten erlaubt und bereits bei Verdacht meldepflichtig. Es sind also die homöopathischen Ärzte, die hier gefordert sind. Ein „genius epidemicus“ scheint bisher nicht ersichtbar zu sein, es gibt auch nur wenig Informationen über die genauen Symptome. Hier ist ein etwas ausführlicherer Bericht veröffentlicht worden:
    „Beschwerden, die auf eine EHEC-Infektion hindeuten, dürfe man nicht auf die leichte Schulter nehmen, warnen Ärzte. Dies ist allerdings auch kaum möglich – die schmerzhaften Symptome lassen sich beim besten Willen nicht ignorieren. Nicoletta Pabst, dreifache Mutter aus Hamburg-Blankenese, hat das am eigenen Körper erfahren. Seit wenigen Tagen ist sie wieder zu Hause. Am Mittwoch vergangener Woche klagte sie über Bauchkrämpfe und blutigen Stuhl: „Natürlich machte ich mir sofort Gedanken, weil ich über EHEC gelesen hatte und weil es so heftig war“, erzählt die 41-Jährige im Gespräch mit WELT ONLINE. Zwischenzeitlich habe sie sich kurz besser gefühlt, doch am Abend fuhr sie ins Universitätsklinikum Eppendorf (UKE). Nach Stuhl- und Blutprobenentnahme wurde sie wieder nach Hause geschickt. Sie war trotz der Beschwerden ein vergleichsweise leichter Fall. In den eigenen vier Wänden verbrachte sie dann eine „furchtbare“ Nacht. „Ich hatte ständig blutigen Stuhl, konnte kaum etwas trinken und war morgens gar nicht richtig bei mir. Mein Mann machte sich noch mehr Sorgen als ich selbst.“ Er rief am Morgen einen Krankenwagen, der Nicoletta Pabst in die Asklepios-Klinik Altona brachte. Dort bekam sie Infusionen; die schweren Bauchkrämpfe ließen aber auch am Donnerstag und Freitag nicht nach. „Ich hatte das Gefühl für Zeit und Raum verloren“, erinnert sie sich. Selbst das Sprechen fiel schwer.“ Dies ist also ein Stadium ohne HUS. Was mir auffiel: Sie sagt, sie konnte während der nächtlichen Verschlimmerung „kaum etwas trinken“. Da würde ich nachhaken – und an Arsenicum album denken. Möglicherweise könnte im 1. Stadium Arsenicum hilfreich sein. Der Arsenicum-Zustand tritt u.a. ein bei Lebensmittelvergiftung und – siehe Materia Medica von Boericke – „schädlichen Folgen von Früchten, besonders von eher wässrigen.“

  4. Hallo Ika,

    danke für Ihren Beitrag. Und ja, ich denke auch, dass Arsenicum album sicher unter den Top 20 Arzneimitteln bei EHEC vorkommt.

    Zu den ärztlichen und nichtärztlichen Homöopathen: Ich denke, da dürfen Sie ruhig etwas „mutiger“ sein. Wenn Sie vor 3 Wochen einen Durchfall, evtl. sogar blutig, in Ihrem Klientel gehabt hätten, hätte Sie diesen doch auch homöopathisch behandelt ohne gleich dem Gesundheitsamt Bescheid zu geben? Und Sie hätten mit grosser Wahrscheinlichkeit (Wenn Sie sauber verschrieben haben) erfolgreich behandelt, so, dass der Fall nie aus dem Ruder gelaufen wäre und der Patient nach einigen Tagen wieder auf den Beinen gewesen wäre. So hätte niemand jemals eine EHEC-Infektion vermutet. Und so geht es uns doch mit den meisten Erkrankungen? Wenn wir gut verschreiben, wird so ein Fall gar nie so kompliziert werden, dass der Patient je einen Arzt sehen muss. Dazu kommt, wie im Bericht erwähnt, dass ein Patient dessen Konstitution behandelt wurde/ist, mit grosser Wahrscheinlichkeit nie in die Situation einer komplizierten EHEC-Infektion kommen wird, weil sein Immunsystem einfach zu fit dafür ist.
    Und wenn wir Homöopathen all unsere Fälle den „ärztlichen Homöopathen“ überlassen müssten, würde diese Welt nicht unbedingt viel besser aussehen, denn ich habe schon diverse Fälle von s.g. Ärzten welche „Homöopathie“ zu praktizieren meinen, gesehen….. Das ist teilweise haarsträubend. (Wobei solche Fälle auch unter Heilpraktikern vorkommen). Die Qualität von praktizierter Homöopathie hängt mit Sicherheit nicht von einem Medizinstudium ab!!!

    Zum Schluss noch zur aktuellen Lage: Nun wird die peinliche Suche nach dem bösen Erreger weitergeführt und irgendwo wird sicher ein armes Opfer gefunden werden, welches für die Übertragung des mutierten Erregers verantwortlich ist. Wenn wir ehrlich sind, ist der Erreger wahrscheinlich schon lange mutiert (Was übrigens das natürliche Verhalten eines Bakteriums ist und wird es auch immer bleiben) und er hat sicher auch schon diverse Menschen vor der EHEC-Hysterie angesteckt, wurde aber einfach nie entdeckt. Nun haben wir eine Häufung der Fälle und die Schulmedizin sucht den Grund wieder beim Erreger. Warum lernt man nicht, dass nicht der Erreger das Problem ist sondern das „Terrain“/Umfeld in welchem er sich ausbreiten kann? Warum gibt es so viele Menschen, welche mit EHEC infiziert wurden, aber nur einen komplikationslosen Verlauf hatten? Da muss der Denkprozess begonnen werden!

    All das, bestätigt, dass wir mit der Homöopathie auf dem richtigen Weg sind und hoffentlich sieht man das – der Menschheit zuliebe – bei der heutigen „konventionellen“ Medizin auch bald mal ein. Vielleicht gibt es ja eine gemeinsame Zukunft?

  5. Dieser Kommentar bezieht sich nicht nur auf diesen Beitrag, sondern gilt grundsätzlich für diesen Homöopathie-Blog: Es freut mich, dass es einen so seriösen Blog zur Homöopathie gibt, der sich auch ausschließlich auf die klassische Homöopathie bezieht und damit auch immer wieder deutlich hervorhebt, dass es eben nicht nur einer Auflistung von Einzelmitteln bedarf, die gegen ein Leiden helfen könnten. Es kommt halt vielmehr darauf an, im Einzelfall herauszufinden, welches Mittel infrage kommt. Wir sollten dabei auch immer bedenken, dass Hahnemann Wert darauf gelegt hat, es ihm nachzumachen, aber eben auch richtig. Und da kommt ein guter Homöopath nicht um eine Konstitutionsbehandlung herum. Leider rückt das durch die vielen Bücher, mit denen unser Markt überschwemmt ist, oftmals in den Hintergrund und so versuchen sich Laien an die Homöopathie, die sich danach doch so einfach anhört. Nach dem Motto, die Mittel können ja nicht schaden, probiere ich einfach mal etwas aus. Wenn das dann nicht hilft, versuche ich es mit dem nächsten Globuli. Leider ist diese Praxis auch unter den Heilpraktikern üblich und sie erzielen in Einzelfällen ja auch durchaus einen Treffer.
    Was die aktuelle Diskussion um den EHEC-Erreger anbelangt, stehe ich auch auf dem Standpunkt, dass ein gesunder Mensch, und damit meinte Hahnemann auch schon nicht nur das Nichtvorhandensein einer Krankheit, durchaus in der Lage sein müsste, diese Erreger entweder direkt abzuwehren oder aber nur leichte Krankheitssymptome zu bekommen.

  6. Finde ich klasse, dass Sie das mit der homöopathischen Konstitutionsbehandlung so deutlich sagen. Ich persönlich habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Je besser das Immunsystem, desto weniger problematisch sind potenzielle Infektionen. Man ist eben einfach besser geschützt. Ich schwöre jedenfalls auf mein starkes Immunsystem und werde alles tun, um es vorbeugend zu unterstützen. Und ich finde, es sollte in Medien öfter darauf hingewiesen werden, dass es in Bezug darauf eine Menge gibt, die man wirklich auch einfach selbst tun kann.

  7. was kann man denn für ein gutes immunsystem machen? ist es damit getan, wenn man jeden tag spazieren geht in der freien natur , oder gehört hier ienfach noch mehr dazu?

  8. Hallo Viola,

    das ist eine sehr komplexe Frage. Ich denke, viele Faktoren spielen für ein gesundes Immunsystem zusammen und ein Patentrezept gibt es dafür nicht, sonst hätten uns die Pharmamultis dies schon längst verkauft! 🙂
    Evtl. bringt Dir der folgende Text etwas Aufklärung, v.a. der Abschnitt, „Was ist Krankheit“ könnte zum Verständnis beitragen:

    http://www.similibus.ch/page3/page125/page125.php

    Gruss

    Adrian Schneider

  9. eine typische Indikation für Homöopathie, wo primär Warten und Wasser trinken angesagt ist…………;-

    Zu hoffen ist nur, dass diese Homöopathen-Quacksalber ihre Glaubuli nicht im Falle des Vorliegens eines durch EHEC auslösbaren hämoltisch-urämischen Syndroms (HUS) anpreisen. Spätestens da müsste die Polizei und der Staatsanwalt einschreiten.

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